Wenn du künstlerisch tätig bist, wirst du sicherlich irgendwann an den Punkt kommen, deine entstandenen Werke irgendwie ordnen und nachhalten zu müssen.
Du kennst das: Neben dem künstlerischen Schaffen ist sooo vieles nebenbei zu tun: Marketing und Akquise betreiben, Social-Media-Posts erstellen, Ausstellungen vorbereiten, aufbauen und abbauen, Recherche für die nächste Arbeit und vieles mehr.
Die Dokumentation? Mach ich später! Das Entstehungsjahr? Merk ich mir! Die Maße des Rahmens? Stehen bestimmt in der Rechnung. Und wie hieß noch mal die Fotografin, die die schönen Ausstellungsansichten gemacht hat? Die anderen Infos schreibe ich einfach kurz auf diesen Zettel und auch noch in jene Textdatei, die ich auf meinem überfüllten Desktop oder in dem einen Ordner auf der Festplatte gespeichert hab…
Ja. Solange dein Werkbestand überschaubar ist, funktioniert dieses System vielleicht noch. Aber je mehr Werke entstehen, desto schwieriger wird es, den Überblick zu behalten.
Spätestens, wenn du ein Portfolio erstellst, um dich für Preise, Stipendien oder Residenzen zu bewerben, benötigst du neben den Dokumentationsansichten Angaben wie Maße, Entstehungsjahr, Texte und weitere Informationen zu deinen Werken.
Also: Warum nicht schon mit dem Erstellen eines Werkverzeichnisses beginnen, bevor du den Überblick verlierst?
Es muss doch auch garnicht mit einer teuren, speziellen Software erstellt werden. Es ist nicht nötig, sofort jedes Detail deiner künstlerischen Arbeit zu erfassen und auch nicht von Anfang an die perfekte Datenbank aufbauen. Viel wichtiger ist, überhaupt eine Struktur zu schaffen, die dir langfristig hilft.
Denn Dokumentation braucht Zeit. Und dein künstlerisches Werk wächst meist schneller, als du „Curriculum Vitae“ sagen kannst. Heißt: Es kommen immer mehr Arbeiten dazu und auch dein Ausstellungsverzeichnis wird immer länger.
Wenn du einmal die Grundstruktur festgelegt hast, fällt es dir leichter, diesen Prozess in deine Routine aufzunehmen. Und du stehst später nicht vor der kaum zu bewältigenden Aufgabe, dein Werkverzeichnis aus verstreuten Informationen rekonstruieren zu müssen.
First things first:
Was ist ein Werkverzeichnis?
Ein Werkverzeichnis ist eine strukturierte Dokumentation deiner künstlerischen Arbeiten. Im Idealfall bildet es das Gesamtwerk möglichst umfassend ab und kann eine wichtige Grundlage sein, um eine künstlerische Position und ihre Entwicklung über einen längeren Zeitraum nachvollziehen und einordnen zu können.
Von wem wird ein Werkverzeichnis angelegt?
Es kann von einer Nachlassverwaltung angelegt werden, von Kunsthistoriker:innen, Galerien, Museen und Sammlungen oder von dir selbst. Wenn du es selbst anlegst, sicherst du dir den Vorteil, die Kontrolle darüber zu behalten, welche Werke du ins Verzeichnis aufnimmst, wie du sie kategorisierst und welche Felder du für wichtig für dein Werk erachtest.
Dabei kann ein Werkverzeichnis ganz unterschiedliche Aufgaben erfüllen.
Welche Informationen gehören in ein Werkverzeichnis?
Es hängt von den individuellen Merkmalen deines Werkes, dem Ziel und dem Nutzen und deinen Bedürfnissen ab, welche Informationen du in deinem Werkverzeichnis erfassen solltest.
Je nach künstlerischer Praxis kann ein Werkverzeichnis ganz unterschiedlich aussehen.
Für eine Malerin spielen möglicherweise primär Informationen zu Technik, Maßen, Serie und Ausstellungshistorie eine Rolle. Bei einer Fotografin können dagegen Auflage, Edition und Druckverfahren relevanter sein.
Ein Bildhauer legt den Schwerpunkt auf Material, Gewicht, Standort und Installationsinformationen.
Bei Medienkunst können Dauer, Software, Hardware und technische Voraussetzungen von zentralerer Bedeutung sein.
Dein Werkverzeichnis sollte an dein Werk angepasst sein, nicht das Werk in ein Verzeichnis gezwängt werden!
Wie findest du heraus, welche Angaben für dich und deine Arbeit relevant sind?
Schau dir deine wichtigsten Arbeiten an und überlege, welche besonderen Merkmale dein Werk auszeichnen.
Identifiziere Felder, die für deine Arbeiten relevant sind. Inkludiere auch Felder, die nur für manche Werke wichtig sind.
Lege eine einheitliche Sprache und Schreibweise fest. Denn du solltest Daten und Bezeichnungen möglichst in einem einheitlichen Format erfassen.
Im Prozess kannst du später weitere Felder hinzufügen. Denn ein Werkverzeichnis muss nicht statisch sein. Es kann und sollte aktualisiert, verändert und erweitert werden.
Wichtig ist, dass du dir eine Basisstruktur aufbaust und Felder definierst, die das Grundgerüst ausmachen. Alle weiteren Felder kannst du als optionale Felder anlegen und nur dann ausfüllen, wenn sie beim jeweiligen Werk relevant sind.
Um dir den Start zu erleichtern, habe ich eine Liste zusammengestellt mit einer Auswahl an Feldern, die für dich als Künstler:in relevant sein könnten. Wähle einfach die Felder aus, die für deine Arbeitsweise und dein Werk wichtig sind, und erweitere die Liste nach Bedarf.
Werkverzeichnis: Liste von relevanten Feldern
- Titel
- Untertitel
- Entstehungsjahr oder Entstehungszeitraum
- Werknummer oder Inventarnummer
- Technik / Medium / Material
- Gattung / Kategorie / Werktyp / Präsentationsform
- Maße
- Dauer
- Serie oder Werkgruppe
- Auflage bei Editionen
- Urheberrechte / Mitarbeit / Kooperationspartner:innen
- Abbildungen, Videos und Bildrechte
- Credits, Copyright und Nutzungsrechte
- Texte und Kontext
- Literaturnachweise
- Katalogangaben / Verweise
- Ausstellungshistorie (Titel, Ort, Zeitraum)
- Ortsgebundenheit
- Relevante Links / Recherchenachweise
- Technische Voraussetzungen und Aufbauanweisungen
- Erhaltungszustand / Materialveränderungen
- Status
- Provenienz
- Standort und Besitz
- Üblicher Lagerort
- Versicherungswert
- Verkehrswert
- Verkaufspreis
- Sonstiges / Weiterführende Informationen
- Datum der Erfassung / letzten Aktualisierung
Was sollte öffentlich sichtbar sein – und was bleibt intern?
Ein Werkverzeichnis muss nicht öffentlich sein. Viele Informationen sind ausschließlich für deine eigene Dokumentation relevant und gehören nicht veröffentlicht. Doch manche Informationen machen auch in einem (öffentlichen) Portfolio Sinn.
Welche Informationen du öffentlich machst, sollte immer bewusst entschieden werden. Denn Datenschutz und Sicherheit muss in jedem Fall berücksichtigt werden.
Öffentlich sichtbar können beispielsweise sein:
- Titel
- Entstehungsjahr
- Technik
- Maße
- Abbildung
- Serie
- kurze Beschreibung
- Ausstellungshistorie
Intern können und sollten Informationen bleiben wie:
- Verkaufspreise
- Versicherungswerte
- Verkehrswerte
- genaue Lagerorte
- private Kontaktdaten
- interne Notizen
- sensible Provenienzdaten
Warum ist ein Werkverzeichnis sinnvoll?
Ein Werkverzeichnis hilft dir,
- Klarheit über dein eigenes Schaffen zu erhalten
- den Überblick über dein Gesamtwerk zu behalten
- Parallelen und Überschneidungen zwischen deinen Werken zu erkennen und aufzudecken
- Texte über deine Werke zu verfassen
- Portfolios für Stipendien und Residenzen zusammenzustellen
- deiner künstlerischen Weiterentwicklung eine Richtung zu geben
Die Erstellung eines Werkverzeichnisses kann für dich als kunstschaffende Person also wirklich bereichernd und erhellend sein und selbst zu einem kreativen Prozess werden oder ihn zumindest fördern.
Sich einen Überblick über das eigene Schaffen zu verschaffen, hilft zudem ungemein dabei, ein Artist Statement zu verfassen. Denn du spürst Gemeinsamkeiten deiner Werke auf, erkennst formale oder inhaltliche Überschneidungen und bringst dich damit selbst in die Lage, dein Werk als eine Einheit, als Gesamtwerk, zu betrachten.
(Falls du dir aktuell an dieser Stelle Unterstützung wünschst, lies gern hier weiter: Artist Statement erstellen)
Je länger du künstlerisch arbeitest, desto wertvoller wird eine verlässliche Dokumentation.
Du kannst schnell nachvollziehen:
- Welche Werke sind in einem bestimmten Jahr entstanden?
- Welche Arbeiten gehören zu einer bestimmten Serie?
- Welche Werke befinden sich noch in deinem Besitz?
- Welche wurden verkauft oder befinden sich in einer Sammlung?
- Wo wurde ein bestimmtes Werk bereits ausgestellt?
So kann dein Werkverzeichnis dir als internes Archiv dienen, dich bei Bewerbungen und Ausstellungsanfragen unterstützen oder Galerien, Kurator:innen und Sammler:innen einen strukturierten Überblick über dein Werk ermöglichen. Denn bei einer externen Anfrage zu einem deiner Werke musst du nicht jedes Mal aufs Neue verschiedene Dateien durchsuchen. Stattdessen hast du eine zentrale Grundlage, auf die du zurückgreifen kannst.
Ein Werkverzeichnis kann außerdem weit über deine aktive künstlerische Tätigkeit hinaus relevant sein. Es kann später die Verwaltung deines künstlerischen Nachlasses erleichtern und dazu beitragen, dass dein Werk langfristig nachvollziehbar bleibt und in Sammlungen und Archiven untergebracht werden kann.
Warum möglichst früh mit einem Werkverzeichnis anfangen?
Ein Werkverzeichnis ist eine dieser Aufgaben, die mit jedem weiteren Jahr schwieriger werden können, wenn man sie zu lange aufschiebt.
Wenn du erst nach zehn oder zwanzig Jahren beginnst, dein gesamtes Werk zu dokumentieren, musst du möglicherweise Informationen rekonstruieren, die früher einmal bekannt waren, aber nie systematisch festgehalten wurden.
Manches lässt sich später recherchieren. Anderes vielleicht nicht mehr oder nur mit viel Aufwand.
Dein Werkverzeichnis muss aber keineswegs von Anfang an perfekt oder vollständig sein. Es ist ein Projekt, das mit dir und deinem Werk wächst.
Wie starte ich am besten mit einem eigenen Werkverzeichnis?
Es kann schnell als überfordernd empfunden werden, wenn dein ganzes Atelier voller Werke steht und du nicht weißt, wo du anfangen sollst.
Um dir die Erfassung vieler Kunstwerke zu erleichtern, kann Folgendes helfen:
Starte mit
- dem Werk, das du zuletzt erstellt hast
- dem Werk, an dem du aktuell arbeitest
- einer Wand im Atelier
- einer Schublade
- einem Regalbrett
- einem Karton
- einem Ordner auf deinem Computer
- verkauften Arbeiten anhand deiner Rechnungen
- allen Werken für die nächste oder vorherige Ausstellung
- deinen wichtigsten Werken
- deinem ersten Werk und gehe chronologisch vor
Poco a poco (eins nach dem anderen): Nimm dir das Motto zu Herzen und teile dir die Erfassung in kleine Zeitfenster auf, sodass die Aufgabe in kleinere Slots unterteilt ist, die schaffbar sind.
Zum Beispiel: jede Woche sieben Werke, jeden Freitag zehn Werke, jeden Tag ein Werk oder was auch immer in deinen Alltag am besten eingebunden werden kann. So kannst du kleine Erfolge feiern und spürst, dass du langsam, aber stetig weiterkommst und nimmst dir den Druck und Anspruch raus, heute dein gesamtes künstlerisches Werk dokumentieren zu müssen.
Mit welchem Programm sollte ein Werkverzeichnis angelegt werden?
Wichtig ist vor allem, dass das System zu dir und deiner Arbeitsweise passt und deinem Budget entspricht.
Außerdem ist es relevant, was dein Ziel ist: Wie möchtest du diese Informationen später nutzen? Möchtest du dein Werkverzeichnis nur für dich selbst verwalten? Möchtest du schnell Portfolios für Bewerbungen zusammenstellen? Sollen Galerien oder Kurator:innen bestimmte Informationen online finden können? Möchtest du dein Werk langfristig öffentlich dokumentieren?
Je mehr dieser Anforderungen zusammenkommen, desto interessanter wird eine digitale, flexible Struktur.
Für eine einfache Übersicht kann eine Excel-Tabelle oder ein ähnliches Tabellenprogramm ausreichen. Das kann für den Start eine gute und kostengünstige Möglichkeit sein, um deine eigenen Werke zuverlässig zu dokumentieren.
Bei komplexeren Anforderungen kannst du dir auch selbst eine Datenbank erstellen, beispielsweise mit einem Tool wie Ninox. Alternativ kommen professionelle Archivierungs- und Sammlungssoftware oder spezialisierte Werkverzeichnis-Programme infrage (Artbutler, Artgalleria, dARTabase, etc.)
Jede dieser Lösungen hat ihre eigenen Vor- und Nachteile. Entscheidend ist deshalb, dass du die Anforderungen deines Werkverzeichnisses kennst, bevor du dich für ein System entscheidest.
Auch ein Content-Management-System wie WordPress kann sich für ein digitales Werkverzeichnis eignen.
Wenn du bereits eine WordPress-basierte Website hast, könntest du überlegen, ob du sie zu einem Werkverzeichnis ausbauen möchtest.
Wenn du noch keine Website hast, ist der Zeitpunkt ideal, beides von Anfang an zusammen zu denken: dein Portfolio und dein Werkverzeichnis. Denn warum sollten diese beiden Bereiche zwangsläufig in unterschiedlichen Systemen liegen?
WordPress als Basis für ein eigenes digitales Werkverzeichnis
Eine WordPress-Website wird häufig als Portfolio oder digitale Visitenkarte verwendet. Du zeigst dort ausgewählte Arbeiten, stellst dich vor und gibst Besucher:innen einen Einblick in deine künstlerische Praxis.
Aber eine Website kann mehr sein. Wenn sie entsprechend konzipiert ist, können einzelne Werke strukturiert erfasst und miteinander verbunden werden. So kann aus einer klassischen Portfolio-Website ein digitales Werkverzeichnis entstehen.
Dabei erhält jedes Werk einen eigenen Eintrag und kann mit den Informationen dokumentiert werden, die für deine künstlerische Praxis relevant sind. Der große Vorteil einer solchen Struktur: Du musst nicht jedes Mal eine komplette Seite neu gestalten, wenn ein neues Werk hinzukommt. Du legst einen neuen Werk-Eintrag an, ergänzt die relevanten Informationen und ordnest das Werk beispielsweise einer Serie oder einem bestimmten Jahr zu.
Ein weiterer Vorteil einer strukturierten digitalen Lösung zeigt sich, wenn ein Werk in mehreren Zusammenhängen relevant ist. Dasselbe Werk kann:
- Teil einer Serie sein
- in einer Ausstellung gezeigt worden sein
- in einer Publikation erscheinen
- in deinem Portfolio präsentiert werden
- verkauft worden sein
- sich heute in einer Sammlung befinden
Wenn diese Informationen miteinander verknüpft sind, musst du das Werk nicht an mehreren Stellen unabhängig voneinander pflegen. Stattdessen gibt es einen zentralen Werk-Eintrag, auf den verschiedene Bereiche deiner Website zurückgreifen können.
Das bedeutet: Du dokumentierst ein Werk einmal und kannst es anschließend in unterschiedlichen Zusammenhängen sichtbar machen.
Genau hier unterscheidet sich ein strukturiertes digitales Werkverzeichnis von einer klassischen Website, auf der einzelne Bilder lediglich in Galerien eingefügt werden.
Werke nach Serien, Techniken oder Jahren strukturieren
Mit einer passenden Struktur lassen sich Werke auf unterschiedliche Weise organisieren.
Zum Beispiel nach:
- Entstehungsjahr
- Serie
- Werkgruppe
- Technik
- Medium
- Projekt
- Ausstellung
Das kann besonders hilfreich sein, wenn du interdisziplinär arbeitest oder unterschiedliche künstlerische Medien miteinander verbindest. Ein Besucher könnte sich beispielsweise alle Arbeiten einer bestimmten Serie ansehen. Eine Kuratorin könnte gezielt nach Werken aus einem bestimmten Zeitraum suchen. Und du selbst kannst schneller nachvollziehen, welche Arbeiten zu einem bestimmten Projekt oder einer bestimmten Werkphase gehören.
Bei einem kleinen Werkbestand reicht möglicherweise eine übersichtliche Galerie. Wenn dein Werkverzeichnis jedoch wächst, werden Such- und Filterfunktionen zunehmend interessant – für dich selbst und für die Besucher:innen deiner Website. Statt durch viele Seiten zu scrollen, kannst du gezielt nach bestimmten Kriterien suchen. Das ist ein Unterschied, der oft erst dann spürbar wird, wenn mehrere Dutzend oder sogar Hunderte Werke dokumentiert sind.
Portfolio oder Werkverzeichnis – wo liegt der Unterschied?
Ein Portfolio und ein Werkverzeichnis verfolgen unterschiedliche Ziele.
Ein Portfolio ist eine Auswahl. Du entscheidest, welche Arbeiten du zeigen möchtest, welche Projekte aktuell relevant sind und welche Geschichte deine Website über deine künstlerische Praxis erzählt.
Ein Werkverzeichnis ist dagegen stärker dokumentarisch und analytisch ausgerichtet. Es soll dein Werk möglichst umfassend und strukturiert erfassen – unabhängig davon, ob jedes einzelne Werk auf deiner öffentlichen Website prominent präsentiert werden soll.
Das Portfolio ist sozusagen die Ausstellung. Das Werkverzeichnis ist das Archiv dahinter.
Eine WordPress-basierte Website muss sich dabei nicht für eine dieser beiden Funktionen entscheiden. Sie kann die kuratierte Oberfläche deines Portfolios und gleichzeitig die strukturierte Grundlage deines Werkverzeichnisses sein.
Auf der Startseite und in deinem Portfolio präsentierst du eine bewusst ausgewählte Zusammenstellung deiner Arbeiten. Im Hintergrund oder in einem eigenen Bereich können deine Werke gleichzeitig systematisch dokumentiert sein. So wird deine Website zu einem Ort, an dem unterschiedliche Bedürfnisse zusammenkommen.
Die größten Vorteile eines WordPress-basierten Werkverzeichnisses
1. Eine gemeinsame Datenbasis für Portfolio und Werkverzeichnis
Wenn Portfolio und Werkverzeichnis auf derselben strukturierten Sammlung von Werken aufbauen, können beide Bereiche miteinander verbunden werden. Du pflegst deine Werke zentral und kannst sie anschließend in unterschiedlichen Zusammenhängen präsentieren.
Das kann doppelte Datenpflege reduzieren und dir langfristig Arbeit ersparen.
2. Flexibilität und spätere Anpassbarkeit
Gerade bei interdisziplinären Arbeitsweisen zeigt sich, warum ein Werkverzeichnis möglichst flexibel angelegt sein sollte. Die Struktur sollte nicht versuchen, deine künstlerische Praxis in ein starres Schema zu pressen, sondern sich deinem Werk anpassen. Das ist einer der Gründe, warum eine individuell geplante WordPress-Website interessant sein kann. Sie kann so aufgebaut werden, dass sie zu deiner Arbeitsweise passt und sich später weiterentwickeln lässt.
3. Unterschiedliche Informationsfelder für unterschiedliche Werke
Nicht jedes Werk benötigt dieselben Informationen. Bei einer Malerei sind andere Angaben relevant als bei einer Videoinstallation oder einer ortsspezifischen Arbeit. Eine flexible Struktur ermöglicht es, gemeinsame Basisfelder für alle Werke zu definieren und zusätzliche Informationen nur dort zu ergänzen, wo sie tatsächlich gebraucht werden.
4. Öffentliche und interne Informationen trennen
Eine digitale Werkdokumentation muss nicht automatisch vollständig öffentlich sein. Du kannst dein Werk intern umfassender dokumentieren und gleichzeitig entscheiden, welche Informationen auf deiner Website sichtbar sein sollen.
Mit einer gut aufgesetzten WordPress-Website kannst du selbst festlegen und steuern, welche Informationen öffentlich sichtbar sind und welche du zwar intern nachhalten, aber nicht veröffentlichen möchtest.
5. Das System wächst mit deinem Werk
Wenn du ein zentrales System hast, wird die laufende Aktualisierung einfacher. Selbst, wenn deine künstlerische Praxis sich verändert, kann sich die Struktur deines Werkverzeichnisses daran anpassen und weiterentwickeln. Genau hier liegt eine der größten Stärken einer individuell konzipierten Lösung: Sie muss nicht für immer so bleiben, wie sie am ersten Tag angelegt wurde. Deine Website und dein Werkverzeichnis kann mit deinem Werk wachsen.
Wo die Grenzen liegen
Trotz aller Vorteile ist WordPress nicht automatisch für jedes Werkverzeichnis die richtige Lösung.
Wenn du ein sehr umfangreiches wissenschaftliches Werkverzeichnis erstellst, eine große Sammlung verwaltest oder komplexe Anforderungen an Provenienzforschung und Archivierung hast, kann spezialisierte Software sinnvoller sein.
Für viele freischaffende Künstler:innen kann eine gut strukturierte WordPress-Website aber einen sinnvollen Mittelweg darstellen, zwischen verstreuten Dateien auf der einen und einer hochspezialisierten Archivlösung auf der anderen Seite.
Für wen eignet sich ein digitales Werkverzeichnis auf WordPress-Basis?
Besonders interessant ist ein digitales Werkverzeichnis auf WordPress-Basis, wenn du:
- deine künstlerische Entwicklung langfristig dokumentieren möchtest
- dein Werk sehr individuell ist und sich nicht in eine vordefiniertes Schema pressen lässt
- deine Website ohnehin neu aufbauen oder überarbeiten möchtest
- in Naher Zukunft gedenkst, ein online Portfolio zu erstellen
- regelmäßig neue Werke produzierst und dein Archiv stetig wächst
- mit verschiedenen Serien oder Werkgruppen arbeitest
- interdisziplinär tätig bist
- häufig Informationen zu deinen Werken öffentlich bereitstellen musst
- mit Galerien oder Kurator:innen zusammenarbeitest
- die künstlerische Tätigkeit dein Beruf ist
Besonders spannend kann eine solche Lösung sein, wenn du nicht nur deine Werke präsentieren, sondern gleichzeitig eine langfristige Grundlage für deren Dokumentation schaffen möchtest.
Der größte Vorteil einer individuell konzipierten WordPress-Website mit Werkverzeichnisfunktion ist aber vor allem, dass sie sich flexibel an deine künstlerischen Prozesse und dein Werk anpassen lässt.
Fazit: Dein eigenes Werk dokumentieren – und deine Website als digitales Archiv weiterdenken
Ein eigenes Werkverzeichnis anzulegen, bedeutet zunächst einmal Arbeit. Du musst Werke zusammentragen, Informationen recherchieren, Abbildungen sortieren und eine Struktur entwickeln, die zu deiner künstlerischen Praxis passt.
Aber du musst nicht alles auf einmal erfassen und dein Werkverzeichnis muss auch nicht von Anfang an perfekt sein. Wichtig ist, dass du beginnst und eine Grundlage schaffst, die mit dir und deinem Werk wachsen kann.
Dein Werk ist individuell. Deine Arbeitsweise verändert sich. Neue Serien und Medien kommen hinzu, Werke werden verkauft, verliehen oder ausgestellt. Manche Informationen sind nur für dich wichtig, andere möchtest du mit Galerien, Kurator:innen, Sammler:innen oder interessierten Besucher:innen teilen.
Dein Werkverzeichnis muss deshalb flexibel sein und sich an deine künstlerische Praxis anpassen – nicht umgekehrt.
Wenn du aktuell auf der Suche nach einer geeigneten Software bist, um dein Werkverzeichnis zu erstellen, lohnt es sich gegebenenfalls die eigene Webpräsenz neu zu denken.
Ein Portfolio und ein Werkverzeichnis erfüllen zwar unterschiedliche Aufgaben – die beiden Bereiche müssen deshalb aber nicht zwangsläufig in unterschiedlichen Systemen liegen. Eine individuell strukturierte WordPress-Website kann beides miteinander verbinden und eine gemeinsame digitale Grundlage für dein Werk schaffen.
Wenn du bereits eine WordPress-Website hast, prüfe doch mal, ob dein Portfolio die Grundlage für ein umfassenderes Werkverzeichnis bilden könnte. Und falls du noch kein Webportfolio hast, kannst du überlegen, ob du nicht beides von Anfang an zusammen denken willst: Deine öffentliche Präsentation und die strukturierte Dokumentation deines Werks.
Wenn du wissen willst, wie eine solche Struktur für deine eigene künstlerische Praxis aussehen könnte, unterstütze ich dich gern dabei, deine Website nicht nur als Portfolio, sondern als individuell aufgebauten digitalen Ort für dein Werk zu denken und umzusetzen.
Wie ist es bei dir? Hast du bereits ein Werkverzeichnis – und wenn ja, wie dokumentierst und verwaltest du dein Werk bisher?
